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Entwicklung des Bewusstseins 2 

Es geht im Leben um die Entwicklung des Bewusstseins, vom ersten Bewusstsein, dass ich überhaupt bin bis zum Selbstbewusstsein und Allbewusstsein. Für unseren Alltag ist das Bewusstsein, wer wir sind, besonders wichtig. Dies ist kein leichter Weg und von selbst passiert nur sehr wenig. Erschwerend ist, dass wir die Bewusstseinslenkung im Laufe des Lebens immer wieder ändern müssen.  

Zuerst sind wir im Kleinkindesalter im Körper völlig unbewusst. Was braucht es nur, bis die ersten Schritte getan, die ersten Worte gesprochen und der erste Löffel Brei einiger­massen unbeschadet in den Mund geführt werden kann? In der Folge muss der Mensch dann in seiner Entwicklung immer mehr Augenmerk auf seinen Körper richten. Vieles dreht sich nur noch um die körperlichen Belange und wen wundert es, dass sich die Menschen schlussendlich mit dem Körper und seinen Ansprüchen identifizieren? Das eigentliche Wesen ist vielfach vergessen und der Mensch muss viel Leid, viele Enttäuschungen erleben, bis er wieder zu seinem wahren Selbst findet.   

Eine schwangere Löwin stand kurz davor, ihr Junges zur Welt zu bringen, als sie Jagd auf eine Schafherde machte. Die Anstrengung der Jagd war zu gross für die Löwin und so ver­starb sie mitten auf dem Feld, kurz nachdem ihr Junges geboren wurde. Der junge, mutterlose Löwe wurde vom Schafhirten aufgenommen, damit er in der Wildnis nicht umkam. Er wuchs mitten unter den Schafen auf und wurde mit Schafmilch grossgezogen. Er glaubte, ein Schaf zu sein, frass Gras, lernte zu blöken und floh, wenn ein Raub­tier die Herde bedrohte. Aus dem Löwenbaby wurde ein grosser, stattlicher Löwe, der mitten unter den Schafen als Schaf lebte. Eines Tages machte ein fremder Löwe Jagd auf die Schafherde. Alle Schafe liefen laut blökend davon und auch der Schaflöwe versuchte zu entkommen. Der fremde Löwe erkannte, dass der junge Löwe davon überzeugt war, ein Schaf zu sein. Er fragte ihn: "Was machst du, ein Löwe, hier mitten unter den Schafen?" Er packte ihn im Genick, trug ihn zu einem Brunnen, dessen Wasser glatt war wie ein Spiegel. "Schau ins Wasser und sag mir, was du siehst!" sprach der Löwe zum Schaflöwen. Der Schaflöwe erblickte sein Spiegelbild und erkannte, dass er ein stolzer Löwe war, noch grösser als der fremde Löwe neben ihm. Vor lauter Überraschung wollte er blöken, doch als er seine Stimme erhob, erscholl ein mächtiges Löwengebrüll und in Zukunft wusste der junge Löwe, was er war.  

Ähnlich ergeht es den Menschen. Durch die Identifikation mit dem Körper vergisst der Mensch sein göttliches Erbe. Dann, im Laufe der Jahrzehnte macht der Mensch meist leidvolle Erfahrungen und erlebt Enttäuschungen, die ihm die Vergänglichkeit alles Irdischen bewusst machen. Bindungen fallen wie welkes Laub ab und Enttäuschungen führen über eine gewisse Unpersönlichkeit zu neuer Freiheit. Nicht selten wird ob dieser geistigen Entwicklung der Körper vernachlässigt und erneut fordert er durch kleinere oder grössere Beschwerden, dass die Aufmerksamkeit auf ihn gerichtet werden muss.   

So kommt der Mensch im Laufe seines Lebens zur Erkenntnis, dass sowohl  den Belangen des Körpers, als auch denjenigen der Seele und des Geistes Beachtung geschenkt werden müssen. Körper, Seele und Geist sind eine Einheit und erfordern ein gemeinsames, umfassendes Bewusstsein: "Ich bin bewusst im Körper und in der Seele". Allein bin ich auf diese Erde gekommen und allein werde ich irgendwann wieder dorthin zurückgehen, woher ich gekommen bin. Unbewusst sind wir gekommen, aber unserer Herkunft und wahren Natur bewusst werde wir eines Tages weitergehen, als Geist, der nie geboren und deshalb auch nie sterben kann.
 
 

Bewusstsein 3

 
   

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