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Der schmale Pfad

Gott warnte einst das Volk vor einem Erdbeben, das alle Gewässer des Landes verschlingen würde. Das Wasser, das es dann gäbe, würde alle Leute wahnsinnig machen. Nur der Prophet nahm Gott ernst. Er trug grosse Krüge voll Wasser in seine Berghöhle, so dass er bis zu seinem Lebensende genug hatte. Das Erdbeben trat tatsächlich ein, alle Gewässer verschwanden und neues Wasser füllte die Ströme, Seen, Flüsse und Teiche. Einige Monate später kam der Prophet herab, um zu sehen, was passiert war. Tatsächlich waren alle Menschen wahnsinnig geworden. Sie griffen ihn an und wollten nichts mit ihm zu tun haben, überzeugt, dass er verrückt geworden war. Also ging der Prophet zurück in seine Berghöhle, froh über das gerettete Wasser. Aber mit der Zeit fand er seine Einsamkeit unerträglich. Er sehnte sich nach menschlicher Gesellschaft und ging also wieder hinab in die Ebene. Wieder wurde er von den Menschen zurückgewiesen, weil er sich so grundlegend von ihnen unterschied. Also fasste der Prophet einen Entschluss. Er goss das gerettete Wasser weg, trank das neue und gesellte sich zu seinen verrückten Mitmenschen. Die Geschichte endet mit der Bemerkung: "Auf der Suche nach Wahrheit geht man allein. Der Pfad ist zu schmal für jede Begleitung. Wer kann solche Einsamkeit ertragen?"  

Wir leben heute in einer ver - rückten Welt. Unsere Werte, unsere Wahrnehmungen, unsere Anschauungen, sind ver-rückt, verschoben. Wir können oft das Wesentliche nicht vom Unwesentlichen trennen, nicht unterscheiden zwischen Wirklichkeit und Unwirklichkeit. Der Mensch, der sich mit der Unwirklichkeit identifiziert, ist im Sinn des ganzheitlichen Denkens ver-rückt, abgerückt von der den Dingen zugrunde liegenden Wahrheit. - Was aber ist Wahrheit? Wahrheit ist immer, zu jeder Zeit und an jedem Ort wahr. Wahr und wirklich ist, was unveränderlich ist, Unwirklich ist, was sich verändert. Eine Wahrheit in unserem Leben ist, dass wir alle unserer innersten Ursache nach Geist sind, Geist, der sich nie wandelt, nie verändert, der nie geboren wurde und deshalb auch nie sterben kann. ICH BIN DER ICH BIN, Kraft, UNBEEINFLUSSBAR, UNVERÄNDERLICH, EWIG FREI. Das entspricht unserem wahren, wirklichen Wesen.  

Aus Unwissenheit identifizieren wir Menschen uns aber oft mit unserem Körper, halten diese Form, für uns, für unser Wesen. Wir halten unsere Gedanken, unsere Gefühle, für Realitäten, für wirklich. Wir sind überzeugt, dass unser Glück und unser Unglück abhängt von unserem Partner, von unseren Kindern, von finanziellen Bedingungen, von Erfolg, den wir erringen. Solange wir diese Überzeugung haben, dass unser Glück von veränderlichen Dingen abhängig ist, ist Leid für uns vorprogrammiert. Denn alles, was der Veränderung unterworfen ist, ist in der tiefsten Bedeutung unwirklich, vergeht früher oder später und führt irgendwann zur Trennung, was eben oft mit Schmerz und Leid verbunden ist. Deshalb bringt alles in der Schöpfung nur vorübergehendes Glück. Nur das Unveränderliche, Unvergängliche kann uns wahres Glück bedeuten.  

Identifiziere ich mich mit meinem wahren Wesen, so bin ich in meiner eigenen Mitte, in meinem eigenen Sein. Ich bin in Harmonie, ich bin in meinem Zentrum - ICH BIN. Ich bin jenseits von dieser sichtbaren Welt. Das Sanskritwort dafür heisst para-desa. Ich bin im Paradies. In diesem Bewusstsein könne wir einsam den schmalen Pfad auf der Suche nach Wahrheit gehen. Wir sind nicht allein sondern eins mit dem All - All-ein. Und dieses All-ein-sein widerspricht in keiner Art und Weise einem glücklichen, erfüllten menschlichen Leben. Wir müssen uns dazu nicht in die Einsamkeit zurückziehen, wir können inmitten unserer Lieben alles tun, was uns Freude macht, aber, wir unterscheiden zwischen Wirklichkeit und Unwirklichkeit und wir offenbaren unser wahres Wesen in all unserem Tun

 
     

Yoga-Schule Rolf Heim, Sekretariat, Schöneggstr. 15, CH-9404 Rorschacherberg, Mail: rolfheim@yogaschulen.ch,
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Yesudian - Yoga in der Tradition von Selvarajan Yesudian und Elisabeth Haich