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Freiheit und Bindung

Der Mensch ist seiner geistigen Herkunft entsprechend von Natur aus frei. Immer frei im Geiste, immer gebunden auf der irdischen Ebene. Als Wesen in zwei Welten, der materiellen und der geistigen, besteht die Hauptaufgabe des Lebens darin, die Übereinstimmung dieser beiden Wesenheiten zu verwirklichen. Johannes beschreibt in der Offenbarung diesen Zustand als das neue Jerusalem. Darin gibt es keine Nacht mehr, was bedeutet, dass der Mensch auf dieser Stufe nichts Unbewusstes mehr in sich trägt und allbewusst geworden ist. Es gibt auch keinen Tempel im neuen Jerusalem, weil darin der Mensch selbst der Tempel ist.

Der Weg zu diesem Ziele führt uns zurück, woher wir gekommen sind. Im Laufe der Zeit haben wir uns vieles angeeignet und identifizieren uns damit: Familie und Freunde, Besitz und Ansehen, Gewohnheiten, Genuss und Leidenschaften, Fähigkeiten, Wissen usw. Irgendwann in unserem Leben müssen wir von allem frei werden, spätestens, wenn wir unsere irdische Hülle ablegen. Das Schicksal hilft uns immer wieder dabei, frei zu sein. Allerdings sind solche Erlebnisse und Lehren des Lebens meist leidvoll.

Letzte Woche erzählte mir ein Mann eine Begebenheit aus seinem Leben. In seinen jungen Jahren hatte er eine gesundheitliche Störung, die vom Hausarzt und dann im Militärdienst auch vom Sanitäter zu wenig Ernst genommen wurde, obwohl er stark Fieber hatte. Der Gesundheitszustand verschlechterte sich in der Folge so stark, dass dieser Mann beinahe daran gestorben wäre. Während der Erzählung bemerkte ich, dass die Augen meines Gegenübers feucht wurden und dass er, obwohl das Ereignis schon über vierzig Jahr zurück lag, sehr berührt war. Es traf ihn damals in den Grundfesten seines Wesens und ist heute noch nicht ganz verarbeitet.
Gesammelte Erfahrungen hinterlassen Spuren, und oft bleiben die Menschen mit ihnen sehr stark verbunden. Da es im Geiste keine Zeit gibt, können auch Jahrzehnte zurückliegende Ereignisse Gefühle wachrufen, wie sie damals empfunden wurden.
Verletzungen, Enttäuschungen usw. bilden die Erfahrungen, die nötig sind, um aus Fehlern zu lernen. Sie tragen aber auch dazu bei, dass wir gebunden sind, dass Beziehungen mit Lebenspartnern, Arbeitskollegen, Nachbarn, Kindern usw. durch solche Erlebnisse belastet sind.

Es ist von grösster Wichtigkeit, dass wir Vergangenes loslassen. Was vorbei ist, existiert nicht mehr! Vergeben wir uns, aber auch unseren Mitmenschen. Die Vergebung löst alte Bande, befreit uns von einem Schmerz und gibt uns die Kraft zurück, die wir im Zorn gebunden haben.

 
 
 
   

Yoga-Schule Rolf Heim, Sekretariat, Schöneggstr. 15, CH-9404 Rorschacherberg, Mail: rolfheim@yogaschulen.ch,
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Yesudian - Yoga in der Tradition von Selvarajan Yesudian und Elisabeth Haich