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'All dieses bin ich'

Ein Mensch erlangt Vollkommenheit, wenn er einen der folgenden Standpunkte erreicht: 
     1. All dieses bin ich
     2. All dieses bist Du
     3. Du bist der Herr, und ich bin der Knecht. 
(Ramakrishna)

Ramakrishna war der grosse Heilige des 19. Jahrhunderts. Er wurde 1836 in einer armen Brahmanenfamilie geboren und lebte bis seinem Tod im Jahre 1886 in Bengalen. Den größten Teil seines Lebens verbrachte er als Mönch und Priester im Tempel der Göttin Kali. Ramakrishnas Worte sind die eines Menschen, der die Vollmacht, Autorität und Kompetenz besitzt, göttliche Weisheiten auszusprechen, weil er sie selbst verkörpert hat. Weil er wissen wollte, wie es sich als Christ lebt, wurde er Christ. Das gleiche tat er als Muslim. Er trug in sich alle Facetten des Menschseins und war einer der Wenigen, die Gott wirklich erfahren hatten.

Es lohnt sich jeder Zeit, über Worte von Ramakrishna nachzudenken. In der heutigen Zivilisation ist vieles sehr laut und alles ist erfüllt von Reizen, die unsere Sinne ansprechen. Das Erfassen des Wesens der Dinge kommt unter solchen Verhältnissen zu kurz. Der Mensch entwickelt seine Fertigkeiten und Wahrnehmungsfähigkeiten in den Bereichen, in denen er sich bewegt. Der Photograph erkennt die Besonderheiten des Lichtes und der Schatten und ihre Beziehung zu Form und Farbe besser, als der Arzt, dessen Aufmerksamkeit auf die Gesundheit seiner Patienten gerichtet ist. Wir entwickeln unser Bewusstsein in den Bereichen, mit denen wir uns befassen - was wir vernachlässigen, bildet sich wieder zurück oder verkümmert. So muss auch die Stimme des Herzens und die Beziehung zur Seele gepflegt werden, sonst können wir sie mit der Zeit gar nicht mehr wahrnehmen.

Warum erlangt der Mensch Vollkommenheit, wenn er den Standpunkt erreicht: "All dieses bin ich"? Wir müssen alle Lehren kritisch hinterfragen und prüfen, ob sie nur für eine einzige Person zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort gelten oder ob sie für jedermann jederzeit nachvollzogen werden können. Am besten gehen wir in solchen Fällen in unser Herz hinein und versuchen nachzuvollziehen, was gemeint ist. Was geschieht, wenn wir in uns gehen und erleben: "All dieses bin ich"? 1. Wir erheben uns über die materielle Ebene, denn im Köper können wir nicht die Einheit mit allem sein. 2. Im Geiste sind wir das Wesen aller Dinge. Wir sind Tag und Nacht, Licht und Dunkel, das Erhaltende und das Zerstörende, wir sind das sogenannte Gute und das sogenannte Böse - wir sind alle Eigenschaften der Gegensätze. 3. Wir begeben uns auf die Stufe des universellen Bewusstseins und erkennen die Bedeutung unseres wahren Seins. Unsere persönlichen Belange, Probleme, Wünsche und Ziele treten in den Hintergrund. Wir betrachten die Welt von einer höheren Warte aus.

Genau das Gleiche geschieht, wenn wir in uns gehen und erleben: "All dieses bist Du". Und der dritte Standpunkt: "Du bist der Herr, und ich bin der Knecht" beinhaltet ebenfalls das Gleiche. Es sind wohl 3 verschiedene Standpunkte, aber die Inhalte sind die gleichen, nämlich: Das universelle Bewusstsein, das Geistes- und Gottesbewusstsein zu offenbaren und selbst zu sein.

 
     
   

Yoga-Schule Rolf Heim, Sekretariat, Schöneggstr. 15, CH-9404 Rorschacherberg, Mail: rolfheim@yogaschulen.ch,
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